Dabei lief auf den ersten Metern alles bestens. Von der „3“ kam Campo Bahia als Fünfter gut genug weg, und als der vermeintlich schärfste Herausforderer Inti Boko, kaum dass er raketengleich die Führung erobert hatte, nach 150 Metern so unvermittelt wie unbedrängt aus dem Tritt geriet und letztlich angehalten wurde, schien alles im grünen Bereich. Global Wise Guy (1) schnappte sich den Taktstock, außen kam Attraversiamo (6) angebraust. Ulf Ohlsson wollte den Trainingskameraden vorbeilassen und nahm Global Welcome (5) in zweiter Spur eine Idee auf. Genau das passte dem Lugauer-Eleven gar nicht, der nach 250 Metern mit einer Galoppade reagierte, die ihn ans Ende des großen Pulks zurückwarf.
400 Meter vorm Ziel begann Campo Bahia die Waffen zu strecken - 40 Meter Bodenverlust zu Beginn und ein geharnischter Zwischenspurt waren selbst dem Modellathleten zu viel. Dafür sprang Ferrari Sisu umso energsicher in die Bresche. Sah es zunächst ganz danach aus, als habe Adielsson mit seinem Kiss-Francais-Sohn alle locker im Griff, so schwächelte der Hengst auf den letzten 100 Metern, als der „Ferrari“ den Turbo zündete. Näher und näher raufte sich der Djali-Boko-Sohn mit dem berühmten finnischen Fighting Spirit „Sisu“ und verfehlte die Sensation lediglich um einen „Hals“.
4½ Längen zurück konnten genau so unverhofft wie Besitzer Jerry Bengtsson über den Ehrenplatz die 6.500 Anteilseigner der Travkompaniet über Bronze ihres Alone strahlen. Der Fuchshengst war noch ausgangs der Schlusskurve in vierter Spur Letzter, kam dann in unnachahmlicher Manier wie im Vorlauf ganz weit draußen angeflogen und überrannte das aus Global Wise Guy, Roofie, Global Welcome und Smokin Joe bestehende Rudel um eine halbe Länge. „Der Maharajah-Sohn hat sich in den letzten Monaten fantastisch entwickelt. Da hat Pasi Aikio einen grandiosen Job gemacht und ihn auf den Punkt topfit gehabt“, war selbst Örjan Kihlström baff über die Vorstellung des Fuchses mit der breiten Blesse.
Marc Elias: „Hätte ich nicht so früh um Campo Bahia herum gemusst oder wäre das Ziel zehn Meter weiter gewesen, hätten wir Attraversiamo wohl erwischt. Aber auch so gilt: Ferrari Sisu hat sich überragend verkauft!“
Erik Adielsson: „Natürlich kamen uns die Patzer der beiden Favoriten sehr entgegen, aber einfach war es dennoch nicht. Attraversiamo ist zweifellos nicht (mehr) in der ganz großen Form. Das hat sich schon im Vorlauf gezeigt. Wenn du trotzdem ein Derby gewinnst, ist‘s umso schöner. Dieser Sieg ist insofern ein ganz besonderer, weil ich den Hengst bis auf zwei Ausnahmen von Anfang an gefahren habe und er mir sehr ans Herz gewachsen ist.“
92. Svenskt Travderby (Gruppe I nat., Vierjährige)
2640m Autostart, 4.000.000 SEK
1. Attraversiamo 12,6 Erik Adielsson 58
4j.br. Hengst von Kiss Francais a.d. Rhythm Kronos von Viking Kronos
Be / Tr: Svante Båth (Caracolas AB); Zü: Martina Lindahl Christensson
Pflegerin: Linda Weman
2. Ferrari Sisu* 3. Alone 4. Global Wise Guy* 5. Roofie* 6. Global Welcome* 7. Smokin Joe 8. Flight Dynamics 9. Campo Bahia* 10. Pinto Bob Kennedy Inti Boko* | 12,7 Marc Elias 13,0 Örjan Kihlström 13,0 Jorma Kontio 13,1 Johan Untersteiner 13,1 Ulf Ohlsson 13,1 Dominik Locqueneux 13,4 Carl Johan Jepson 13,9g Conrad Lugauer 15,4g Robert Bergh dis.r. Adrian Kolgjini agh. Björn Goop | 256 142 584 414 230 1028 1603 18 347 244 54 |
*Vorlaufsieger
Sieg: 58; Richter: Kampf Hals - 4½ - ½ - ½ - Kopf - k.Kopf - 3½ Längen; 12 liefen
Zw-Zeiten: 10,4/500m - 14,0/1000m - 13,8/1500m - 12,9/2000m - 11,8/letzte 500m
Wert: 2.000.000 - 1.000.000 - 500.000 - 240.000 - 160.000 - 100.000 SEK
Aus dem Schatten ans Licht
Bewegung in dieses Paarlaufen im 1:13er Tempo kam 700 Meter vorm Ziel, als Hankypanky Rubyred Spur drei eröffnete und dort mit ihren Anhängseln Racing Brodda und Zeta Kronos durch die letzte Kurve auch bleiben musste. Meisterhaft überspielte Kihlström dort einen Schwächemoment seiner Stute und schien im Einlauf doch sehr sicher an Aleppo Pine abzuprallen. Mit der sah Kenneth Haugstad wie der Sieger aus, als ihm die Maharajah-Tochter 180 Meter vorm Ziel unvermittelt aus dem Rhythmus geriet. Nur kurz hing der Himmel für die unverdrossene Conrads Rödluva voller Geigen, bis Racing Brodda richtig auf Touren kam und sie mit 1½ Längen locker abfertigte.
Der stets in der engsten Jahrgangsspitze mitturnenden Prodigious-Tochter bescherte der siebente Sieg „lifetime“ dank der Premiechansen zwei Millionen Kronen, womit die von Mattias Djuse für die Easy KB trainierte Dunkelbraune nun 5.018.250 Kronen reich ist. Mit 1:12,1 erledigte sie die bestens bezahlte 2140-Meter-Arbeit eine halbe Sekunde über dem Rennrekord, den Cash Crowe seit 2017 hält. Der streng verdeckte Run innen entlang war für Miss Sober Bronze wert vor Zeta Kronos, die in Racing Brodde keine bessere Lokomotive hätte finden können.
29. Derbystoet (Gruppe I nat., vierj. Stuten)
2140m Autostart, 2.000.000 SEK
1. Racing Brodda* 12,1 Rikard Skoglund 69
4j.dklbr. Stute von Prodigious a.d. Ronda Brick von Super Arnie
Be: Easy KB; Zü: Brodda Stuteri AB; Tr: Mattias Djuse
Pfleger: Marcus Lilius
2. Conrads Rödluva* 3. Miss Sober 4. Zeta Kronos 5. Valetta 6. Fanny Chenal 7. Hankypanky Rubyred* 8. Call Me Brodda 9. Staro Miami* Aleppo Pine* Adi Gallia Activated* | 12,1 Örjan Kihlström 12,3 Robert Bergh 12,4 Björn Goop 12,5 Ulf Ohlsson 12,6 Dominik Locqueneux 12,6 Jorma Kontio 12,7 Kim Eriksson 14,4g Mika Forss dis.r. Kenneth Haugstad dis.r. Erik Adielsson dis.r. Carl Johan Jepson | 23 740 298 1357 1307 196 1477 91 94 502 40 |
*Vorlaufsiegerinnen
Sieg: 69; Richter: leicht 1½ - 1½ - 1 - ½ - 1 - Hals - Hals; 12 liefen
Zw-Zeiten: 09,9/500m - 13,1/1000m - 12,9/1500m- 09,6/letzte 500m
Wert: 1.000.000 - 500.000 - 250.000 - 120.000 - 80.000 - 50.000 SEK
Mit einer Schrecksekunde begann die V75-Serie: 12:10-Favorit Heart of Steel, erstmals Johan Untersteiner für seinen drei Tage gesperrten Vater Peter anvertraut, sprang mit dem Startschuss, noch ein weiteres Mal auf den ersten 140 Metern und wäre hierzulande wohl am Sünderturm gelandet. Nicht so in Nordeuropa, wo man bei Bodenverlust sehr viel mehr Milde walten lässt. Am Ende des Siebener-Feldes untergekommen, machte sich der Holländer in zweiter Spur allmählich auf den steinigen Weg nach vorn und bewies tatsächlich ein Herz aus Stahl, als er den vom Fleck weg führenden Mellby Drake um eine halbe Länge niederrang.
V75-1 (-): V75-2 (Diam-Sto): V75-3 (Derby-Sto): V75-4 (-): V75-5 (Amateur): V75-6 (Derby): V75-7 (Stayern):
| Heart of Steel / Johan Untersteiner Callmesally / Örjan Kihlström Racing Brodda / Rikard Skoglund Papidoux / Björn Goop Porthos Race / Mats Holmstedt Attraversiamo / Erik Adielsson Vincent As / Carl Johan Jepson
| 12 72 69 134 318 58 61
|
Umsatz V75: 33.071.555 SEK
1. Rang: 11,45 Systeme à 751.137 SEK
2. Rang: 4.681 SEK
3. Rang: 265 SEK
Umsatz Top-7 (Amateur): 726.932 SEK