Der Grand Prix Anjou-Maine ist einer der französischen Klassiker, die innerhalb einer bestimmten Region, in diesem Fall der Pays de la Loire im Nordwesten Frankreichs, zwischen verschiedenen Bahnen wandern. Nach Le Mans, Meslay-du-Maine und Angers in den vergangenen drei Jahren war am Mittwochmittag wieder das Hippodrome de Bellevue-la-Forêt in Laval an der Reihe, wo 15 teilweise namhafte Cracks aus zwei Bändern antraten.
Um es vorwegzunehmen: Da sich das von den Pferden der Grundmarke auf dem 1250-Meter-Linkskurs vorgelegte Tempo stets im 11er/12er-Bereich bewegte, waren die promineten Zulagenkandidaten ohne Chance auf eine Top-3-Platzierung. Deren Bester war am Ende Roger Wittmanns Idéal Ligneries, aber nur, da Anthony Barrier mit einer verwegenen Slalomfahrt im Einlauf hart innen eine Lücke nutzte und den Achtjährigen noch an den Bandgefährten Inmarosa und Harley Gema vorbei in 1:11,2/2875 Meter zu Rang vier (8.000 Euro) catchte.
Traurig war indes die Vorstellung des Mitteldistanz-Weltrekordlers Jabalpur, der nur noch ein Schatten seiner selbst ist. Als 1585:10-Außenseiter kaum mehr wertgeschätzt, mühte sich der einst so glanzvolle Chavatte-Hengst lange im Fahrwasser von Idéal Ligneries, war im letzten Bogen aber restlos geschlagen und trudelte als Letzter ein.
Als überzeugender Sieger ging der von Julien Raffestin für Paul Viel trainierte Jilord Viva vom Platz, der nur zwei Wochen nach dem Gewinn des Grand Prix Centre-Est in Feurs mit Eric Raffin ein weiteres mit 100.000 Euro dotiertes Gruppe-III-Rennen an seine Fahnen heftete. Der früh schwitzende Vulcan-du-Vivier-Sohn hatte nach einer Runde das Kommando übernommen und hielt den leicht favorisierten L'As Desbois in der Todesspur, der dort lange durchhielt und dafür sorgte, dass der im Rücken von Jilord Viva festsitzende Ibiscus Man zu spät freikam, um dem Sieger noch ernsthaft gefährlich zu werden.
Mit 1:11,5/2850 Meter trabte Jilord Viva bahnübergreifend die schnellste Siegerzeit, die je im Grand Prix Anjou-Maine erzielt wurde.
Im Prix Alpha Saltor, einem 35.000-Euro-Reiten, gab es gute sechs Wochen nach dem Gewinn der Monté Derbys in Berlin ein Wiedersehen mit Staccato HL, der mit seinen 219.146 Euro auf dem Konto nahezu perfekt in die bei 225.000 Euro geschlossene Aufgabe passte.
Dennoch muss der Muscle-Hill-Sohn aus dem Stall Germania weiter auf seinen zweiten Frankreich-Treffer - nach dem Sieg in einem Nachwuchsreiten im Oktober 2024 in Enghien - warten. Obwohl ihn Benjamin Rochard hinter der Spitze äußerst ökonomisch vortrug und den vor ihm leicht favorisierten Joselito du Vivier (Adrien Lamy) außen machen ließ, fehlten Staccato HL im Finish die nötigen Körner für eine Positionsverbesserung. Der Nimczyk-Schützling musste schließlich mit Rang drei in 1:13,5/2850 Meter vorliebnehmen, ohne allerdings zu enttäuschen.
Auch für Joselito du Vivier sollte es nicht reichen. Der Siebenjährige wurde auf den letzten Metern vom geschonten Westholm-Schützling Cameron (Alexandre Abrivard) in 1:13,2 noch locker überlaufen.