Tomas Malmqvist - Kommando (vorerst) zurück
06. Mai 2024

Solvalla, Freitag, 3. Mai 2024. Es ist gerade mal vier Jahre her, dass der schwedische Traberdachverband ST (Svensk Travsport) am die europäische Traber-Welt erschütternden Drama um Propulsion, der letztlich all seiner in Europa erzielten Meriten verlustig ging (und das waren nicht wenige), nicht ganz unschuldig war - um es mal vorsichtig durch die Blume auszudrücken.

Nun hat der ST die nächste schmutzige Wäsche auf dem Tisch, zu der er mit einem unmotivierten Schnellschuss ein gerüttelt Maß beigetragen hat. Die nahm zwar nicht ganz so monströse Ausmaße an, bedeutete jedoch für Trainer Tomas Malmqvist zunächst ein ebensolches Waterloo.

Mit sofortiger Wirkung hatte ihm der ST wegen Verstößen gegen Dopingbestimmungen - er hatte behandelte Startpferde nicht den schwedischen Bestimmungen gemäß sofort vom Start zurückgezogen - am 17. April die Trainerlizenz entzogen, was für den 55-jährigen auch massive Auswirkungen auf seine französische Zweigstelle hatte.

Matthieu Millet, Patron der von ihm betreuten Ecurie Hunter Valley, kündigte dem „Trainer ohne Lizenz“ mit sofortiger Wirkung die Freundschaft, „obwohl ich Tomas stets als Ehrenmann kennen und schätzen gelernt und an seiner Arbeit nicht das geringste auszusetzen hatte. Aber meine Pferde sollen selbstverständlich weiter starten und werden auf diverse Trainer verteilt.“

Gegen den sofortigen Entzug der Lizenz ging Malmqvist mit Unterstützung des in solchen Fällen erfahrenen Anwalts Jesper Arvenberg in Berufung zur nächsthöheren Instanz, dem Svensk Travsports Ansvars- och Disciplinnämnd STAD, und bekam Recht.

Screenshot 2024-05-06 at 07-39-57 Tomas Malmqvist sai lisenssinsä takaisin Arvenberg “Vahinkoa lienee mahdotonta korjata”

Rechtsanwalt Jesper Arvenberg (hevosurheilu.fi)

Arvenberg wählte deutliche Worte: „Der sofortige Vollzug der Sperre war eine äußerst invasive und unverhältnismäßige Maßnahme. Mein Mandant verlor sein gesamtes Trainer-Geschäft, obwohl der Verdacht auf ziemlich schwachen Füßen stand. Die Auswirkungen der Sperre waren massiv und haben einen Schaden verursacht, der kaum wiedergutzumachen ist, denn nicht nur der abgesprungenen Kunde Hunter Valley war ein großer Geschäftsposten.“

Die Berufungsinstanz hob die sofortige Sperre bis zur eigentlichen Verhandlung mit folgender Begründung auf: „Gemäß § 12 a) Abs. 6 der Anti-Doping-Verordnung kann bis zum Abschluss der Untersuchung eine Strafe nach Abs. 1 bis auf Weiteres festgesetzt werden, wenn es sich um einen vorsätzlichen Verstoß handelt. Ein solcher vorübergehender Entzug der Lizenz durch Svensk Travsport kann nicht in Fällen beschlossen werden, die grober oder normaler Fahrlässigkeit zuzuschreiben sind, und auch nicht in Fällen, in denen die strikte Verantwortung des Trainers zum Tragen kommt.“

Zumindest vorerst wird Malmqvist nicht wieder für die Ecurie Hunter Valley tätig sein, wie Millet französischen Journalisten gegenüber klarstellte: „Tomas ist ein respektabler Partner, aber nun sollten wir erst die laufenden Ermittlungen sowie das eigentliche Urteil abwarten.“

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