„Die Zeit kann nicht stimmen“ - so oder so ähnlich reagierten nicht wenige reflexartig, als am Samstagmittag in Mönchengladbach die Siegerzeit der Auftaktprüfung bekanntgegeben wurde.
In 1:12,4/1609 Meter soll die Googoo-Gaagaa-Tochter Gold Girl HB mit Robbin Bot das Hans-Theo-Giesel-Geburtstagsrennen gewonnen haben, das keinesfalls eine hohe Klasse ansprach, sondern für die 7.500-Euro-Garnitur konzipiert war.
Die in der Live-Übertragung eingeblendeten Zwischenzeiten von 1:14,7, 1:17,4 und 1:10,5 ließen in keinem Fall eine Gesamtzeit von unter 1:14,0 zu und bestätigten die Skeptiker.
Doch wenn bei der Zeitmessung etwas nicht korrekt arbeitete, dann die der Zwischenzeiten. Private Messungen, auch anhand der Onboard-Kamera der Rennleitung, auf der man die 1609-Meter-Lichtschranke gut erkennt, bestätigten exakt die 1:12,4.
Auch das Startauto, das die Lichtschranke auslöst, hat die Zeit nicht verfälscht, befand es sich an der Startmarke doch dicht, allenfalls zwei Meter vor den Pferden und kam zunächst auch nicht entscheidend weg.
So verbesserte Gold Girl HB tatsächlich den bisherigen, knapp vier Jahre alten Bahnrekord für Mönchengladbach von Jaxon Schermer um eine Zehntelsekunde.
In schnelllebigen Zeiten einer Allegiant, die unlängst den Weltrekord auf für nicht möglich gehaltene 1:07,1 gesteigert hatte, wird man sich noch auf so manche Überraschung gefasst machen müssen.





