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"Aufreger" und "Info" der Woche

 

Es gibt auf mein-trabrennsport.de eine neue Rubrik: "Info" der Woche und Der/Die "Aufreger" der Woche. Damit startet der HVT eine Informationsoffensive mit einem redaktionellen, eher informellen Format. Erläutert und vertieft werden insbesondere Themen, die die Gemüter erhitzen, die Diskussion anfachen, die zu Missverständnissen führen. Der HVT will sachlich und detailliert aufklären, auch, um Spekulationen und Gerüchten vorzubeugen.  

INFO der Woche (29.11.2018)

Ab 1. Dezember ist die ZVS wieder voll besetzt

In den vergangenen Wochen kam es in der Zentralen Verrechnungsstelle (ZVS) infolge von Personalvakanzen immer mal wieder zu Engpässen. Anliegen und Aufträge konnten nicht mit der gewohnten Pünktlichkeit bearbeitet werden. Zum 1. Dezember wurden offene Stellen neu und kompetent besetzt. Die Mitarbeiter der ZVS, die wir im Anschluss kurz vorstellen, stehen telefonisch Montag bis Donnerstag in der Zeit von 08:30 bis 12:00 und 13:00 bis 17:00 Uhr sowie am Freitag von 8:30 bis 13:00 Uhr zur Verfügung. Telefon +49 (30) 743048-115 oder -116

Gabriele Galinski Michaela Range Andreas Schweitzer
   
Jürgen Saalfrank (GF)    

INFO der Woche (20.11.2018)

Zusätzliche PMU Rennen

Für Irritationen sorgte die Mitteilung, dass zusätzliche PMU-Rennen aus Frankreich für den deutschen Sport in 2019 zur Verfügung stehen.

Nach unseren vorläufigen Informationen handelt es sich hauptsächlich um jeweils zwei Rennen, die an elf Sonntagen dem eigentlich vorgesehenen Programm vorgelagert werden (Beginn 11.15 Uhr), so dass einer Übertragung in Frankreich nichts im Weg stehen sollte. An fünf Sonntagensind auch Termine am Abend betroffen (im positiven Sinn) und ein Abendrenntag wird wohl komplett von Galopp zu Trab wechseln. 
Wir möchten aber ausdrücklich einer Veröffentlichung von Einzelheiten nicht vorgreifen, da diese erst nach zeitnah erwarteter Abstimmung zwischen HVT und den Vereinen möglich ist, und nur den von uns gewonnenen Eindruck wiedergeben, dass die Nachverhandlungen des HVT mit den Franzosen sehr positive Ergebnisse gebracht haben. 

INFO der Woche (01.11.2018)

Neuausrichtung der PMU-Rennen auch in Deutschland

Einige drastische, indes unvermeidbare Änderungen und Einschnitte wird es ab der Saison 2019 bei den PMU-Rennen geben. Die PMU wird ihr Angebot sowohl im Inland als auch in den weltweiten Partnerländern zurückfahren bzw. neu ausrichten oder, wie beispielsweise in Südamerika, ganz einstellen. Hintergrund der Reform, die das neu bestellte Management der PMU konzipiert hat, sind die seit mittlerweile drei Jahren auf dem Sektor Pferdewette rückläufigen Umsatzzahlen.
Das Angebot wird ab 2019 spürbar gestrafft, der Fokus liegt klar auf Rennen im französischen Inland. Auf die ausländischen Partner der PMU kommt eine Reduzierung der Rennen (nicht Veranstaltungen) von durchschnittlich 45 Prozent zu. Die PMU-Rennen im Ausland, auch in Deutschland, werden zu einem Großteil zu den sogenannten Randzeiten (Vormittag oder später Nachmittag/Abend) gelaufen. Während die Anzahl der deutschen PMU-Veranstaltungen nur geringfügig zurückgeht, werden allerdings pro Renntag nur noch drei, maximal vier PMU-Rennen abgehalten.
Um den Terminplan 2019 aus Sicht der deutschen Traber zu optimieren, laufen derzeit intensive Verhandlungen sowohl mit anderen Ländern als auch Vertretern des deutschen Galopprennsports, um den ein oder anderen Termin sinnvoll zu tauschen. Der HVT hofft, Mitte bis Ende November ein endgültiges Termintableau für 2019 veröffentlichen zu können.

INFO der Woche (31.10.2018)

Für Verwirrung und Missverständnisse sorgte in den vergangenen Wochen die Erhebung unterschiedlicher Umsatzsteuersätze auf Leistungen des HVT. Deshalb möchten wir an dieser Stelle  noch einmal ein paar erklärende Worte zu diesem Thema veröffentlichen.

Es wurde vom zuständigen Finanzamt für Körperschaften I in Berlin am 28. September 2015 ein Umsatzsteuerbescheid für 2012 erlassen, wonach der anzuwendende Steuersatz für bestimmte Leistungen des HVT nicht 7 %, sondern 19 % beträgt und künftig auch betragen wird. Die unterschiedlichen Steuersätze richten sich nach der Zuordnung der vom HVT erbrachten Leistung zu Zucht- oder Rennbetrieb. So werden alle Leistungen, die dem Verzeichnis nach dem Zuchtbetrieb zugeschrieben werden, weiterhin mit dem ermäßigten Steuersatz von 7 % bedacht. Alle weiteren Leistungen werden dem Rennbetrieb zugeordnet und unterliegen somit dem neuen Regelsteuersatz von 19 %. Nachstehend ist eine Liste mit den häufigsten Praxisbeispielen aufgeführt. Darüber hinausgehende Anfragen werden wir gerne individuell beantworten.

Leistungen, die dem Zuchtbetrieb zugeordnet werden und somit dem ermäßigten Steuersatz von 7 % unterliegen:  

Beispiele

 x Aus- bzw. Einfuhr für den Zuchtbetrieb (z.B. Bedeckung/Hengste)
 x Fohlenaufnahme
 x Eintragung Besitzwechsel in das Besitzer-Register
 x Ausstellung Deckergebnisschein
 x Ausstellung Pferdepass
 x Bearbeitung einer Deckliste
 x DNA Bluttypenkarte

 

Leistungen, die dem Rennbetrieb zugeordnet werden und somit dem neuen Steuersatz von 19 % unterliegen:

Beispiele

x Aus- bzw. Einfuhr für den Rennbetrieb
x Aufhebung der Sperre eines Trabers
x Anerkennung einer ausländischen Jahreslizenz Berufsfahrer
x Amateurfahrer-Lehrgangsgebühren + Interimsausweis
x Trainingsliste pro Pferd
x Rennfarben-Eintragung
x Alle Lizenzen
x Anerkennung ausländischer Trainer-Ausweis
x Wiederholungsprüfung (Theorie)
x Aufhebung Sperre o. Ausschließung
x Lehrgang Amateurtrainer Teilnehmer Lehrgang
x Lehrgang Amateurtrainer Teilnehmer Prüfung
x Bearbeitung eines Dopingfalles (Trainer)
x Breeders Crown Nominierungen
x Zirkelserie
x Bezugsgebühren TRK

 

Thema:  Derby-Auktion 2018

Für reichlich Diskussionsstoff sorgte die Entscheidung der Equine Marketing GmbH, der Veranstalterin der Derby-Auktion 2018 in Berlin, mit dem Auktionsergebnis - unter Berufung auf Datenschutzbestimmungen - keine Käufer bekanntzugeben. Veröffentlicht wurden lediglich die Kaufpreise. Dauerhaft unbekannt bleiben die Käufer der zugeschlagenen Jährlinge allerdings nicht, da jede Umschreibung eines im HVT-Register eingetragenen Trabers in den wöchentlich erscheinenden Verbandsmitteilungen (Trabrennkalender) öffentlich bekanntgegeben wird. Die Redaktion von mein-trabrennsport.de hat die Umschreibungen nun über mehrere Wochen verfolgt und damit ein eigenes, inoffizielles Auktionsergebnis erstellt. Bis einschließlich 22.11.18 wurden von den 74 zugeschlagenen Jährlingen 43 bisher auf neue Besitzer umgeschrieben. mein-trabrennsport.de wird die Liste laufend vervollständigen und monatlich eine aktualisierte Version veröffentlichen.

Inoffizielles Ergebnis der Equine Derby-Auktion Berlin am 04.08.18

Anmerkung: Dieses Ergebnis wurde nicht vom Veranstalter erstellt, es ist nicht offiziell und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit.

Nr. Pferd H/S Vater Preis € Käufer lt TRK
1 Chocolina S The Bank 2.500
2 Petra H S Timoko 6.000 Ditte Johnsen
3 Paluccia S Brioni 3.000 Thomas Hierl
4 Feel the Magic S Broadway Hall 19.000 Daniel Kraus/Rainer Hebenstreit
5 King Beuckenswijk H Urban Beuckenswijk 4.500 Sabine Cuk/Marco Schindler
6 Kristy Scott S Tucson 5.500
7 Tyron Hill H Trixton 33.000
8 Quarter Hennessy H Her comes Joey 5.000 Günter Schiefelbein
9 Blind Date S Charly du Noyer - nicht vorgestellt
10 Decksprung von Creatine        
11 Stephen Universe S Pastor Stephen 7.500
12 Namur Boko H SJ’s Caviar 22.000
13 Pelestrina S Brioni 5.000
14 Karl Schermer H Varenne - nicht vorgestellt
15 Maharadscha Kumar H Maharajah 50.000
16 Joyful Photo S Sam Bourbon 3.000 Antonia und Christian Seidemann
17 Power Snatch H Love You 16.000 Andre Pögel /Angela Hahn
18 Saltimore H Baltimore As 11.000 Andreas Vergos
19 Everything Now H Magnificent Rodney 10.000 Stoetenj Boszorg BV
20 Sir Black Jack S H Donato Hanover 39.000
21 Kane Scott (SE) H Russel November 8.000
22 Hevean On Earth H Ready Cash 85.000
23 Ronin H Muscle Mass 8.000
24 Quara Mai S Nevele Wood 3.000 Thomas Bresk
25 Piano Express H Experess Merett 5.500 Wolfgang Campregher
26 Major Sheba H H Nad Al Sheba - nicht vorgestellt
27 Invictus BR H Brad De Veluwe 9.500 Gerd, Tanja und Soshana Fütings
28 Toto Barosso H Ready Cash 140.000 Lief Bergwall
29 Perfect Guy H SJ’s Photo 26.000 Ulrich Mommert 
30 Patron Viking H Pastor Stephen 36.000
31 Peony (SE) S Brioni 4.500
32 Kiwi Fortuna S Muscle Massive 8.500 C. Schröder/W. Moschner
33 Queen To Play S Pastor Stephen 8.500 Berta Klemm-Leibold
34 Key West Newport H Muscle Massive 15.000 Hermann Lehner
35 Prosperous S H Muscle Hill 95.000 Marion Jauß
36 Scully Victory As S Muscle Yankee 13.000 C. Schröder/W. Moschner
37 Business Class H Love You 22.000 Ulrike Griesbeck
38 Quelle Fleur S Abano As 6.000
39 St. Paula S Donato Hanover 12.000
40 Decksprung von Sebastian K     2.500  
41 Ready Heuvelland H Ready Cash 55.000
42 Gold Cap BR H Prodigious 8.000 Thomas Freitag
43 Baltimore Beach H Ganymede 30.000
44 Charming de Luxe H Credit Winner 9.500 Hermann Lehner 
45 Just Sam H Sam Bourbon 4.000
46 Black Jack H Prodigious 24.000 Markus Monstein
47 Golden Bird H H Baltimore As 5.000 Thomas Bresk
48 Kaitlin Way Scott S Ready Cash 80.000
49 Sundance H Gustav Diamant 5.000
50 Allentown H Muscle Yankee 9.000
51 Kelcy Beukenswijk S Urban Beuckenswijk 5.500 Nadine und Stefanie Skoruppa
52 Black Cash H Ready Cash 180.000 Christian Isliker und R. Thomaskamp
53 Babba Goldman H Uniclove - nicht vorgestellt
54 Normally S Infinitiv 5.500 Jaime Morro Pons
55 Beppi Santana H Odessa Santana 17.000
56 Zhunder S H Cantab Hall 35.000 Christian Isliger und R. Thomaskamp
57 Natorp Bo (SE) H Andover Hall 36.000
58 Kensington H Cristal Money 16.000
59 Killian H Muscle Hill 140.000
60 Quinar H Dream Vacation 6.500
61 Jeopardy S The Bank 3.000 Conrad Lugauer
62 Glide be Lucky As S Lucky Chucky 8.000 Henry Burmester/Dick Hogenboom/Bernd Sahling/Jürgen Wedemann/Stefan  Möwes
63 Mister Joni H H Timoko 9.000 Siegfried Hahn/Gerhard Sporrer/Harald Peitz
64 Lady Jaqueline S Maharajah 28.000 Hermann Lehner
65 Quattro Power H Dream Vacation 5.500
66 Summertime S S Muscle Hill 55.000
67 Speedway H Sir Karan 3.500 Nico Böker
68 Better Be Royal S Royal Dream 75.000 Karla Walek
69 Lady Dyanne S Offshore Dream 5.000
70 Decksprung von Southwind Frank     8.500
71 Golden Times S Muscle Mass 50.000
72 Straight Flush H Pastor Stephen 14.000 Hans Brocker
73 Ruby Barosso S Charly du Noyer 15.000
74 Kaiserhof Newport H Cantab Hall 33.000 Hermann Lehner
75 SJ’s Midnight S SJ’s Photo 10.000 Kurt Pritsch und Gerhard Sporrer
76 Lano Express H Express Merett 6.500 H. Hinke/Z. Trsek/Van Dijk
77 Forza Laser H Love You 12.000 Ulrich Mommert 
78 Quality Control S Nevele Wood 2.500 Peter Kahn
79 Kane Fortuna H Explosive Matter 10.000 Victoria Sdruzeni, CZ
80 Bajaro BR H Maharajah 10.000 Kurt Pritsch und Gerhard Sporrer
81 Quartmajor H Abano As 22.000 Joh. Holzapfel/RG-Pferdesport

Angebot lt. Katalog:                                               78 Jährlinge (75 DE / 3 SE) + 3 Decksprünge

vorgestellt u. zugeschlagen:                                  74 Jährlinge (71 DE / 3 SE) + 3 Decksprünge 

umgeschrieben auf neuen Besitzer lt. TRK:           43 Jährlinge (DE)

(Stand: 22.11.18 – TRK Nr. 46/18)

Thema  (KW 41)

Fake Newsletter

Wie so oft, irrt der Herausgeber des Newsletter einmal mehr, wenn er, wie am 09.10.18 geschehen, behauptet, dass der HVT seine Gemeinnützigkeit verloren hätte. 
 
 Fakten-Check:

  • Das Finanzamt für Körperschaften I in Berlin erlässt am 28. September 2015 einen Umsatzsteuerbescheid für 2012, wonach der anzuwendende Steuersatz für bestimmte Leistungen des HVT nicht 7 %, sondern 19 % beträgt.
  • Der HVT legt dagegen Einspruch ein und beantragt die Veranlagung der Umsatzsteuer 2012 in der Form, wie sie in allen Jahren davor vom HVT erklärt worden ist, weil die an den HVT vergüteten Leistungen unmittelbar der Förderung der Tierzucht oder der Leistungsprüfung in der Tierzucht dienen und folglich dem ermäßigten Umsatzsteuersatz gemäß § 12 Abs. 2 Nr. 4 UStG unterliegen.
  • Dem steht oder stand nach Auffassung des HVT auch die aktuelle BFH-Rechtsprechung zur Veranstaltung von Trabrennen nicht entgegen, weil sich diese ausschließlich mit der ertragsteuerlichen Behandlung eines die Trabrennen tatsächlich ausrichtenden Rennveranstalters befasst. Vorliegend geht und ging es indessen um die umsatzsteuerliche Behandlung des HVT als Dachverband, der selbst keine Rennen veranstaltet. Sofern die vom HVT erbrachten Leistungen mit der Teilnahme an Leistungsprüfungen zusammenhängen, kann und konnte die Anwendung des ermäßigten Umsatzsteuersatzes daneben immer auch auf § 12 Abs. 2 Nr. 3 UStG gestützt werden.
  • Nachdem das zuständige Finanzamt den Einspruch des HVT abgewiesen hat, reicht der HVT vor dem Finanzgericht Berlin-Brandenburg Klage gegen die Festlegung des Steuersatzes 2012 ein.
  • Die Klage wurde jetzt vom Finanzgericht Berlin-Brandenburg abgewiesen. Die Revision wurde nicht zugelassen. Der HVT hat sich dagegen entschieden, gegen dieses Urteil Nichtzulassungsbeschwerde einzulegen. Eine solche hätte nach Ansicht einer der renommiertesten Steuer- und Wirtschaftsrechtskanzleien des Landes nur eine 10% Chance auf Erfolg gehabt.

 Ergebnis:
 Das Finanzamt für Körperschaften I hat im Ergebnis durch die Umsatzsteuersonderprüfung 2012 faktisch neues Recht geschaffen, indem es den ermäßigten Steuersatz von 7 % für bestimmte - keinesfalls für alle - Leistungen des HVT, so wie sie während vieler Jahre ständige und auch vom zuständigen Finanzamt gebilligte Übung war, abgeschafft. Das verschafft dem Fiskus natürlich beträchtliche Mehreinnahmen. Das Finanzgericht Berlin-Brandenburg hat diese Vorgehensweise mit seiner Klageabweisung sanktioniert.  

Mit einer Aberkennung der Gemeinnützigkeit hat das alles nichts zu tun, diese war weder Gegenstand des Umsatzsteuerbescheides des Finanzamtes noch des gerichtlichen Verfahrens.

Thema  (KW 39)

Darf ein Rennteilnehmer das Geläuf wieder verlassen?

Im Trotto-Forum wird dieser Tage gemutmaßt, dass ein Gespann, welches ohne Begleitung der Rennleitung das Geläuf verlässt, seine Startberechtigung verwirkt. Ist das so? Antwort: Nicht ganz. Hilfreich ist wie so oft ein Blick in die aktuell gültige Trabrennordnung (Stand 01.05.2016). Geregelt ist der Fall unter § 81 - Startordnung, Absatz 1: Befinden sich Teilnehmer für das nächstfolgende Rennen auf dem Geläuf, können sie es nur zum Innenraum verlassen. Die Rennleitung kann hiervon in begründeten Fällen Ausnahmen gestatten. Zuwiderhandlungen führen zum Verlust der Startberechtigung.
 
 Im Klartext bedeutet dies, dass Teilnehmer, die das Geläuf zur Parade betreten haben, dieses nicht mehr nach außen verlassen dürfen, zumindest nicht ohne Genehmigung der Rennleitung. Für das Verlassen des Geläufs kann es verschiedene Gründe geben: die typischen sind Geschirrdefekt, Reifendefekt oder Eisenverlust. Unabdingbar ist das Inkenntnissetzen und die Genehmigung der Rennleitung. Eine Begleitung durch die Rennleitung ist indes nicht zwingend erforderlich, wird aber in der Regel gehandhabt.
 
 Einen aktuellen Fall gab es am Breeders-Crown-Sonntag in Berlin-Mariendorf. Kurz vor dem Start zum Hauptlauf der zweijährigen Stuten hatte sich das Pferd Jacky Bros ein Eisen abgetreten. Fahrer Jaap van Rijn zeigte der Rennleitung den Eisenverlust an und begab sich in Begleitung des Rennleitungswagens Richtung Stallausfahrt. Nach dem Verlassen des Geläufs wurde das Gespann von zwei Rennleitern in den Stall begleitet. Die Rennleiter blieben während des gesamten Beschlagvorgangs im Stall und begleiteten das Gespann anschließend zur Bahn zurück. Eine etwaige Zuwiderhandlung, die zum Verlust der Startberechtigung hätte führen können, lag nicht vor.

Thema (KW 38)

Satzungsänderungen und deren Folgen…oder auch nicht!

Es ist immer wieder bestürzend, auf welch fatale Weise ohne jede Grundlage Stimmungsmache im Internet betrieben wird. Ein Beispiel hierfür ist die jüngst dort zu lesende Veröffentlichung:

 

„Züchtern mit Wohnsitz im Ausland, die deutsche Traber züchten, soll der Zugang zur Mitgliedschaft verwehrt werden.

Das Präsidium ist offenbar willens, mit diesem Beschluss die deutsche Traberzucht weiter zu schwächen. Erheblich weniger Fohlengeburten werden sich eklatant auf die zukünftige Dotierung des Deutschen Traber-Derbys und der Breeders Crown-Rennen auswirken. Statt Kooperation wählt man des persönlichen Wohles einiger weniger die Isolation.
 Das sollten die Mitglieder nicht zulassen.“

 

Der Verfasser nimmt  - vermutlich - Bezug auf die Einführung der neuen EU-Tierzuchtverordnung(EU) 2016/1012, die einige inhaltliche und formelle Anpassungen des HVT-Regelwerks notwendig macht. Die sich daraus ergebenden vermeintlichen Konsequenzen sind allerdings von Grund auf falsch und haben in ihrer Darstellung zu großer Unsicherheit bei vielen (ausländischen) Züchtern geführt. Diese möchten wir an dieser Stelle gerne ausräumen.

  1. Der Artikel impliziert, dass künftig sämtliche Züchter ihren Wohnsitz in Deutschland haben müssen, um ihre Fohlen als deutsche Inländer registrieren zu lassen. Dies war nie so und wird auch in Zukunft nicht so sein. Es ist vollkommen unverständlich, wie der Verfasser auf eine solche Schlussfolgerung kommt.
  2. Der Artikel spricht von einer eklatanten Veränderung bezüglich der Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft beim HVT. Auch diese ist keinesfalls gegeben. Zur Erläuterung:

In § 8, Abs.1 der bisher geltenden Satzung steht: Jeder Züchter, der zur Mitwirkung an einwandfreier züchterischer Arbeit bereit ist, hat das Recht auf Erwerb der Mitgliedschaft. Züchter im Zuständigkeitsbereich des HVT im Sinn dieser Bestimmung ist, wer nach § 19 Abs. 2 und 3 ZBO im Züchterregister des HVT eingetragen ist und (….)

 

Der Zuständigkeitsbereich des HVT ergibt sich aus der sachlichen und räumlichen Zuständigkeit, die in §1 definiert ist:

Abs.3. Der räumliche Tätigkeitsbereich erstreckt sich auf die Bundesrepublik Deutschland und die Republik Polen

Abs 4. Der sachliche Tätigkeitsbereich erstreckt sich auf die Tierart Pferd, Rasse Deutscher Traber.

Somit konnten bislang nur Züchter, die ihren Betriebssitz in Deutschland oder der Republik Polen haben, Mitglied des HVT werden

Folgende Neuerung soll auf der nächsten Mitgliederversammlung beschlossen werden: Jeder Züchter, mit Betriebssitz innerhalb des geographischen Gebietes, der zur Mitwirkung an einwandfreier züchterischer Arbeit bereit ist, hat das Recht auf Erwerb der Mitgliedschaft. Züchter im Zuständigkeitsbereich des HVT im Sinn dieser Bestimmung ist, wer nach § 19 Abs. 2 und 3 ZBO im Züchterregister des HVT eingetragen ist und (…)

 

Das geographische Gebiet sowie die daran gebundene Zuständigkeit des HVT werden weiterhin in §1, Abs. 3 und §1, Abs.5 definiert:

Das geografische Gebiet  erstreckt sich auf die Bundesrepublik Deutschland und die Republik Polen

Der Zuchtverband ist im genehmigten geografischen Gebiet zuständig für die Führung des Zuchtbuches sowie die Aufsicht über die vom HVT mit der Durchführung der Leistungsprüfungen beauftragten Rennveranstalter

Diese Konkretisierung des ohnehin schon bestehenden Passus wurde vom Ministerium für Landwirtschaft in Brandenburg – der für den HVT zuständigen Aufsichtsbehörde - gefordert. Grundlage dieser Forderung ist die Verordnung (EU 2016/1012) Anhang I, Teil 2, 1 e, nach dem das Zuchtprogramm Angaben zum geographischen Gebiet, in dem es durchgeführt wird, enthalten muss.

Eine Änderung der gegenständlichen Abschnitte würde also lediglich in der Begrifflichkeit durch die Ersetzung des räumlichen Zuständigkeitsbereiches durch das geographische Gebiet erfolgen. Inhaltlich bleibt die auch bisher geltende Vorgabe für HVT-Mitglieder, ihren Betriebssitz in Deutschland oder Polen haben zu müssen, unverändert bestehen. 

Der hier dargestellte Sachverhalt belegt wieder einmal, dass es nicht zielführend ist, Informationen aus zweiter (oder dritter) Hand blind zu vertrauen. Vielmehr ist es dagegen sinnvoller, sich bei Unsicherheiten und konkreten Fragestellungen direkt an den HVT zu wenden – wir möchten allen hiermit nochmals ausdrücklich anbieten, dies jederzeit zu tun.

Zum Start ein Thema, das im wahrsten Sinne des Wortes für viel Aufregung sorgte.

Thema (KW 37)

Was ist ein Ad-hoc-Fahrverbot?

Bei der St.Leger-Veranstaltung in Gelsenkirchen griff die Rennleitung zu einem drastischen Mittel. Sie belegte Stefan Schoonhoven nach dem zweiten Rennen mit einem 30-tägigen Ad-hoc-Fahrverbot und einer Geldbuße von 500 Euro. Schoonhoven durfte schon seine Fahrt im dritten Rennen nicht mehr ausführen und stieg auch im weiteren Verlauf des Renntages nicht mehr in den Sulky. Was war geschehen? Im zweiten Rennen war Robin Vercammen mit seinem Pferd "Esprit d'Albigny" nach etwa 700 Metern zu dicht auf das Gespann Hour of Power/Stefan Schoonhoven aufgefahren und verursachte dadurch am linken Sulkyrad von Schoonhoven einen 'Platten'. Daraufhin übte Stefan Schoonhoven Selbstjustiz und schlug Robin Vercammen, dessen Pferd bei dem Auffahrmanöver galoppierte und disqualifiziert wurde, weit hinter dem Feld mit der Peitsche auf den Rücken.

Nach Ansicht der Rennleitung hatte Stefan Schoonhoven mit seiner Aktion das Ansehen des Trabrennsports während des Renntages in grober Weise geschädigt und damit eine Voraussetzung für ein Ad-hoc-Fahrverbot gem. § 141, Abs. 1 b) TRO erfüllt. Im Gegensatz zu einem normalen Fahrverbot, das erst nach Ablauf der einwöchigen Berufungsfrist terminiert wird, tritt das Ad-hoc-Fahrverbot mit dem Ausspruch des Fahrverbots durch die Rennleitung in Kraft. Gemäß TRO beträgt das Ad-hoc-Fahrverbot mindestens einen Monat. Die Rennleitung ging im Fall Schoonhoven also nicht über das Mindest-Straßmaß hinaus.

Stefan Schoonhoven ist dem Ad-hoc-Fahrverbot indes nicht wehrlos ausgesetzt. Er hat die Möglichkeit, den Vorsitzenden des Rennausschusses anzurufen. Gem. § 143, Abs. 3 TRO kann der Vorsitzende des jeweils vom HVT angerufenen Rennausschusses in dringenden Fällen auf formlosen Antrag der Verfahrensbeteiligten die Aufhebung der durch die Rennleitung gem. § 141 Abs. 1 b) Ziff. 2 TRO getroffenen Entscheidung vorläufig anordnen, soweit die Aufhebung nicht dem Interesse des Zucht- und Rennbetriebes und deren ordnungsgemäßer Durchführung und dem Gebot von Sauberkeit und Ordnung im Trabrennsport widerspricht. Der Antrag hat keine aufschiebende Wirkung. Die Entscheidung wird mit ihrem Ausspruch wirksam.